War Goethe ein Wäschefetischist?

Goethe 1870

Was hat Goethe mit Wäschefetischismus zu tun? Einer der bedeutendsten Gestalten der Literatur Deutschlands gab seiner Zeit nicht nur einen Namen, der Goethezeit, er schuf mit Faust auch ein zentrales Werk der deutschen Dichtkunst und ein Menschheitsdrama, welches auch heute noch Gültigkeit hat. Faust befiehlt Mephisto ihm eine greifbare Erinnerung seines Gretchens zu bringen, und zwar mit den Worten: “Schafft mir ein Halstuch von ihrer Brust, ein Strumpfband meiner Liebeslust!” Aus diesem Satz geht schon hervor, dass sowohl Faust, als auch sein Erfinder Goethe einem gewissen Fetischismus zugeneigt waren. Der Fetisch dient als zeitweiser Ersatz der geliebten Partnerin oder des Partners. Johann Wolfgang von Goethe wird auch nachgesagt, dass er seiner Geliebten, Frau Charlotte von Stein in den Jahren 1775 bis 1788 eines ihrer Mieder entnommen hat, um ihren Duft an jedem Ort und zu jeder Zeit riechen zu können.

Nicht nur Goethe war Wäschefetischist

Zu Goethes Zeiten hatten Fetischisten kaum die Möglichkeit sich mit Gleichgesinnten auszutauschen. Wenn er heute leben würde, würde er sich sicher auch über Fetischforen austauschen und informieren. Der Spruch “Nur die perverse Fantasie kann uns noch retten” wird ebenfalls Goethe zugeschrieben. Heute gibt es viele Fetische, der Wäschefetisch ist einer davon. Das Riechen an getragener Wäsche erinnert an die zweisamen Stunden mit der Partnerin, wie bei Goethe. Die Wäschestücke können aber durchaus auch von fremden Personen sein. Eigentlich ein harmloser Fetisch, der niemanden schadet, wenn die Wäschestücke nicht gestohlen werden. Während also Goethe sich am Duft seiner Charlotte erfreute, hat Napoleon seiner Frau angewiesen, sie solle sich nicht mehr waschen. Er hat also den Geruch seiner ungepflegten Frau als erregend empfunden. In Japan gab es als Folge sogar Automaten mit getragenen Wäschestücken, 1993 wurde der Erste aufgestellt, später wurde dies allerdings wieder untersagt.

Die Palme als Fetisch für Goethe

Goethe bediente sich auch an Pflanzen als Fetische, in seiner Schrift: “Der Verfasser teilt die Geschichte seiner botanischen Studien mit”, schrieb Goethe, wie er durch eine Fächerpalme auf die Idee kam, die “Metamorphose der Pflanze” zu verfassen. Goethe ließ von einem Gärtner die Stufenfolgen der Veränderungen abschneiden und führte sie mit sich. 1817 liegen sie immer noch so vor ihm, wie er sie mitgenommen hat und er verehrte sie forthin als Fetische, die seine Aufmerksamkeit erregten.

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